Donnerstag, 24. April 2025

Tag 5 - Lyon! (Mit Hindernissen einer guten Seele)

 Wenn alles gut geht, werden wir heute nach Lyon kommen. Super, darauf freuen wir uns schon. Im Vorfeld hatte ich bisschen Grusel, weil die ViaRhona wohl auf der A7 an der Saone-Mündung über die Rhone führt, aber nach den Erlebnissen bisher, war ich dann doch sehr entspannt. 

Es war wieder eine schöne Etappe. Bei St Pierre de Boef fahren wir so nah an der Kanu-Strecke vorbei, dass wir die Trainer schreien hören.

Vor St Michel geht es wieder durch einen Auwald, wunderschön, wenn auch nicht immer direkt am Fluss.

In Condrieu genießen wir die Uferpromenade mit ihren Kunstobjekten. Was, wir sind schon in Condrieu? Wow!

Alles prima bis nach Givors.

Und dann: ENDE. Kein einziges Schild mehr. Null. Und das Bosch-Navi am Rad ist aktuell keine Hilfe (ich hatte eine andere Strecke geplant, aber wir hatten beschlossen, den Schildern zu folgen, die bisher eigentlich immer eine prima Strecke ausgewiesen hatten.)

Was denn nun? Neu planen. Wird schon klappen...

Da hält ein eBike neben uns und der Fahrer fragt: Hey, sucht ihr die VR?

Ja!

Ja, ja, meinte er, die sei hier nicht ausgeschildert und nicht zu finden. Er kenne den Weg, wir sollten einfach hinterher.

Super! Also folgen wir dem schönen Pedelect über eine schmale Brücke. Direkt dahinter geht es eine steile Böschung runter auf einen Uferweg mit Kindskopf-großen Kieseln. WTF?!

Nach einer Weile gelangen wir wieder auf Teer und unser Guide stoppt. Ab hier, meinte er, gäbe es 2 Optionen: super-STeil und verblockt, mit den MTB kein Problem, mit dem Anhänger aber schon. Alternativ ein Stück über die Straße, gefährlich, viel Verkehr, aber schneller.

Wir überlegen ein bissen und sagen dann: no risk, no fun, wir nehmen die Straße. Und weiter geht's.  2km auf einer Straße, breit und befahren wie eine Autobahn. Aber legal. Danach wieder auf der, wie tatsächlich ein Schild zeigt: vorläufige VR.

Ab hier ist diese Route ein Wechsel von breitem Weg mit fetten Flusskieseln und 20cm breiten Single-Trails direkt an der Böschung zur Rhone. Krass. Das Kopfkino hat 2 mögliche Enden für diese Story: Abgestochen / Beraubt im Wald verscharrt (hier würde uns niemand finden!) oder Friede-Freude-Eierkuchen. Es stellt sich heraus, Peter hatte den gleichen Gedanken :D

Ich bin froh für den Nachläufer! ein 2rädriger Anhänger wäre hier nicht durchgekommen!

Letztendlich führt uns dieser unfassbar liebe Mensch bis vor ein F1 Hotel zwischen Venissieux und Lyon 8. Arr.

Er hat sich unser angenommen, weil er einmal in Mexico ebenfalls von einem netten Menschen geholfen bekam. Und er sei ja in Rente, habe also Zeit




Wir bewundern sein Rad (3 Akkus, 300km Reichweite, custom-Lack), dass er selbst lackiert hat. Und Leute, das ist ein tolles Werk! Kein Wunder, denn er ist Künstler (Raymond Planchat peintre aérographe cours de peinture vente – Peindre à l'aérographe L'Art et la manière apprendre à peindre sur tous supports vente aérographe)

Von solchen Begegnungen lebt die Community der Radreisenden. Raymon, Du hast den Stab der Hilfsberetischaft an uns weitergegeben, wir werden uns bemühen, es genauso gut zu machen!

Auch das Personal im F1 ist super-nett und hilfsbereit. wir Verbringen hier 2 Nächte, Waschsalon ist 100m weiter und ein leckeres Sushi-Restaurant haben wir auch gefunden.

74km  (plus 10 km Decathlon Exkursion)

https://www.komoot.com/de-de/tour/2186778912

Mittwoch, 23. April 2025

Es gibt schlimmeres als Regen 🌧

Und das ist eine Regenjacke, die mitten im immer stärker werdenden Regen maximal den Geist aufgibt. Kommt ja mal vor, dass eine abgetapte Naht undicht wird. Was ich noch nie erlebt habe ist, dass sich die Beschichtung großflächig ablöst! 
Tutto kompletto. 

Zunächst beginnt es am Nachmittag zu tröpfeln. kann man ignorieren. Aber es wird mehr und wir ziehen die Regensachen an. Und es wird noch mehr, bis es ein echter Dauer-Landregen ist.
Bei einer Orientierungspause (wo sind wir? wo ist ein CP?) stelle ich fest, dass meine Regenjacke offensichtlich nicht mehr so ganz dicht ist. (Den kompletten Schaden bemerke ich erst am Etappenziel). 
Folge: Shirt darunter nass. Folge: mir ist kalt. Zu kalt, als dass Bewegung als Gegenmaßnahme reichen würde. Also die warme Jacke anziehen - die wird natürlich auch nass.  Argh...

Peters Regenhose mit fest angenähten Überschuhen rutscht an den Fersen immer hoch, so dass das Wasser dann dort IN die Schuhe hineinfließt. Wer testet sowas und bemerkt das nicht? Fehlkonstruktion!

Nach weiteren 2 Stunden reicht es. In St Rambert  halten wir an, um an einer Bushaltestelle nach irgendeiner Unterkuft zu suchen. Dabei entdecke ich einen Wegweiser zu einem CP. Tatsächlich: 200m zurück ist ein CP! Nix wie hin! 

Der Platz macht keinen einladenden Eindruck, viele Schilder mit harten Verboten drauf geschrieben. Wir sind zu früh da, die Rezeption öffnet erst Punkt 16:00 Uhr! Jawoll!  Weil es immer noch regnet mieten wir uns ein cabane - wir haben keine Lust, jetzt auch noch das Zelt im Regen aufzubauen. Ich kaufe auch direkt eine Münze für den Trockner, denn der wird heute noch was zu tun bekommen.

Schön im Trockenen erkenne ich dann den maximalen Schaden der Regenjacke: großflächige Delamination! Krass. Naja, immerhin hat diese Jacke 8 Jahre ihren Dienst getan, aber nun ist klar: unsere Wege werden sich  hier trennen. Nun muss ich hoffen, dass es morgen nicht regnen wird!

Im Dunkeln tut der Trockner, was er soll und die Regenjacke wandert in den Müll.

Zum Glück hilft ein wenig smalltalk im nahen Imbiss: 2km weiter gibt es eine Decathlon-Filiale. Dort kaufe ich am nächsten Morgen die einzige verfügbare Regenjacke (Männergröße, Frauen fahren scheinbar immer noch nicht im Regen)

58km
https://www.komoot.com/de-de/tour/2184446190

Dienstag, 22. April 2025

Tag 3 - Tag der Windes

Was soll ich sagen?
Heute gab es Wind satt.
Von vorne.
Zudem war die Etappe recht öde - wenn man überhaupt mal Nerv hatte, sich umzuschauen. Blöder Wind. Und dann auch noch teilweise an einer großen Straße entlang.
Valence war dann eine angenehme Überraschung: den innersten Stadtring auf der fast leeren Busspur fahren - cool! Ich hatte eine andere Durchfahrt geplant, weil auf YT jemand die Stadtdurchquerung als schrecklich beschrieb, aber das waren nun auch ältere Informationen. Lediglich hinter der Innenstadt, wenn es wieder runter zum Fluss geht, ist es kurz nicht so toll.
Wir beschließen, kurz vor Pont de l'Isere rechts anzubiegen auf einen Campingplatz. Auch der Weg zu diesem ist wieder schlecht ausgeschildert.

Sehr schöner Platz, 4 Sterne, ok Preis, ok Restaurant, prima Duschen 🚿
Der Wind ist weg, es bleibt ein blauer Himmel.
69 km
https://www.komoot.com/de-de/tour/2182497488

Montag, 21. April 2025

Tag 2 - Tag der Schmerzen bis Cruas

Wie eigentlich immer auf längeren Touren ist der 2. Tag der, am dem alles weh tut. Aber darüber kann man hinweg sehen, wenn alles andere stimmt. Was es tut. Bilderbuch-Wetter!
Prima ausgeschildert ist die ViaRhona hier. ABER - und auch das ist immer wieder so: an Stellen die völlig eindeutig sind stehen Schilder und dort, wo man sie wirklich bräuchte: Fehlanzeige.
Aber wir haben das richtige Näschen und verirren uns nicht.

Mittagspause an einem sehr schönen Platz mit Tisch und Aussicht und sogar Mülleimer.

Der Knaller aber ist das Abendessen auf dem Campingplatz: ganz sicher das beste Essen seit Jahren! Ungelogen.

Köchin ist die Betreiberin des CP. Als ich ihr sagte, dass ich niemals auf einem CP solch ein Menü erwartet hätte, lachte sie und sagte: 'Aber das ist kein CP, das ist ein großer Garten!'

71km
https://www.komoot.com/de-de/tour/2180416275

Sonntag, 20. April 2025

Auf geht's!

Peter ist gestern gut im strömenden regen angekommen. Also konnte es heute endlich losgehen so richtig so mit radfahren.
Es war wunderbar die ganze Zeit auf dem extra Radweg ohne Autos und das lauteste waren die Vögel die überall in den schon grün Bäumen gezwitschert haben.
Lichte Auwälder, Schafe auf den Deichen, weiße Wellen auf der Rhone- der Kopf dreht frei...
Das war alles genauso entspannend wie wir uns das ja auch wünschen.
In Caderousse haben wir in einer kleinen Bar was zu Mittag genascht. sehr leckere plat de crudites local und ein Croque Monsieur.

Weiter ging es an der Festung von Mornas vorbei und dann leider ein ganzes stück parallel zur A7, was natürlich nicht so der Bringer war.

Die meiste Zeit hatten wir Rückenwind und so flogen wir nach Pont St. Esprit über diese unendlich lange Brücke über die Rhone, heute bei super Seitenwind von links - da habe ich ganz schön kämpfen müssen mit dem Anhänger aber immerhin angekommen und auf einem Campingplatz außerhalb gelandet am Ufer der Ardeche, die hier in die Rhone mündet. Leider hat das Restaurant zu aber um die Ecke soll es eine Pizzeria geben und das werden wir gleich mal ausprobieren.

Der Platz ist recht einfach und es findet ein kleines Biker- Treffen statt.

65km
Laune: top
https://www.komoot.com/de-de/tour/2177860711

Freitag, 18. April 2025

Avignon

So, wir sind angekommen. Nach einer durchwachsenen Fahrt mit Regen und einem grossen Stau hinter Lyon sind wir um sieben in Avignon angekommen. Auf dem campingplatz hat man uns Croissants verkauft, obwohl der Laden eigentlich noch geschlossen war  sehr nettes Personal. Zelt aufgebaut und alles aus dem Auto rausgeräumt, damit Peter möglichst schnell wieder nach Hause kommt, nur um dann mit dem Zug wieder nach Avignon zu reisen. Leider ist der Fahrradtransport mit dem Zug immer noch schwer bis gar nicht machbar.

Ich habe das Zelt eingeräumt und den Anhänger zusammengebaut, jetzt lese ich ein bisschen und dann werde ich mal sehen was es für mich hier so zu Essen gibt. Sehr entspannter Tag: die Sonne scheint, alles bestens. Inklusive netter Nachbarn die mich direkt auf einen Café eingeladen haben.  besser gehts nicht. Freue mich auf die Reise!

Montag, 24. März 2025

Das Gespann...

...Hat die 32km Probefahrt inkl. Gepäck wie erwartet bestens gemeistert. Spurtreu, laufruhig und das Rad selbst ist so viel weniger schwabbelig als mit Packtaschen!Ist ja schon seit längerem mein Einkaufs- Anhänger - jetzt kann er sich endlich auf Reisen bewähren.

Freitag, 14. März 2025

Noch 1 Monat - das Fieber steigt

Wir freuen uns schon sehr auf die kommende Radreise von Avignon nach Hause! Diesmal mit Anhänger und am WE wird mal probegepackt.

Sonntag, 1. März 2020

Radtour 2020 - noch 3 Monate warten!!!

Dieses Mal bleiben wir wieder in Deutschland.
Schon am Ende unserer Donauradweg-Tour in Passau hatten wir den Gendanken, den Inn-Radweg zu fahren. Das wird nun wahr werden.

Wir wollen von Passau den Inn-Radweg nehmen und dann über Reutte zum Rhein hinüber. (
https://www.komoot.de/tour/112963067#oa#)

Nach wie vor finden wir unser sehr leichtes Zelt (Quickhiker UL 3) toll, aber leider hat es das Problem, dass bei Peter das Fußende des Schlafsacks nass wird, weil das Innenzelt ein wenig zu kurz ist und zu flach ansteigt. Ich müsste am Fußende noch einen weiteren Hack installieren, um mehr Abstand zu erzeugen.
Ich hatte ja bereits das Problem mit dem Aussenzelt behoben, welches am Fußende in der Mitte keine Leine hat und daher zu sehr durchhing => nasses Innenzelt. Decathlon hat das in der neuen Variante behoben.

Deswegen überlege ich aktuell allen Ernstes, wieder das schwerere, größer packende Vango Spectre 300 mitzunehmen. Luxusprobleme!  👍
ausserdem hat das Vango 2 Ausgänge. Das ist beim Quickhiker auch total dämlich: früher waren die Innenzelt-Eingänge am Boden fest. Man konnte sie links oder rechts öffnen. Nun ist es dort so, dass die Tür an der einen SEITE fest ist. Man muss nun immer die ganze Tür aufzippen, sie fällt dem anderen ins Gesicht -  war macht sowas? Habe nun gesehen, dass das wohl der neue Trend ist, denn auch andere (teure) Hersteller folgen dieser Schnapsidee.

Da ich mittlerweile kein 2.5kg Kettenschloss mehr habe, sondern ein 1.6 kg Bügelschloss, würde das im Gesamtgewicht sogar eine Null-Nummer werden. Wenn Peter dann auch ein leichteres Schloss nähme, würde es sogar NOCH leichter werden.

Koch- und Kaffeuntensilien bleiben auch daheim. Nur die Faltbecher kommen mit. Wir fahren ja nicht auf dem Pamir-Highway :) Lediglich Not-Brot & Not-Wurst für 1x kommen mit, falls man wirklich mal aus irgendeinem Grunde abends im Nichts stranden sollte. Sowas ist uns aber bisher auf unseren Touren erst ein einziges Mal passiert, ist also ziemlich unwahrscheinlich.
Dazu etwas Studentenfutter oder Riegel - das kann nicht schaden.

Auch will ich versuchen, nur einen kleinen Rucksack für die Wasserblase zu verwenden.

Reduce to the max, immer weiter:
Der aufrollbare Kulturbeutel bleibt daheim, ein 1-Liter Beutel  genügt für die Toilettenartikel, habe ich festgestellt. Das reduziert das Volumen um 50%:

Wobei bei den Klamotten nicht mehr viel rauszuholen ist. Die Unterwäsche & T-Shirt wird ja schon durchrotiert und abends immer gewaschen (4 Sätze; 3 sind bei Regenwetter zu wenig, da es dann schlechter trocknet - das haben uns die letzten beiden Touren gelehrt)

Oh, ich habe Sooooooooooo Reisefieber!

Donnerstag, 5. September 2019

Donnerstag: Berge & Kurven

Nach einem geruhsamen Start in den Tag unternehmen wir eine erste Erkundung der Gegend mit der 790er. Mit gebremstem Schaum weil ich mich nur mit einem Arm richtig festhalten kann. Ein Sturz wäre jetzt nicht so der Bringer.

Wir fuhren durch eine grandiose Gegend Richtung Ordesa Natrionalpark und wollten dann eigentlich in den Llanos del Hospital bei Benasque ein wenig wandern. Leider hatte auch eine fette Wolke aus Frankreich das gleiche Ziel und wir sind weiter unten ein wenig gewandert.

Dabei fanden wir eine tolle Alpendistel und unzählige kleine Eidechsen.

Gegen 23 Uhr traf dann auch Klaus ein, der unterwegs fast sein Fahrrad verloren hätte, weil sich ein Spanngurt durchgescheuert hatte. Böser Anhänger!

Mittwoch, 4. September 2019

Wir sind.... ALT!

Wir genießen - mangels eigener Nahrung - das Buffet des CP. Und während wir zwischen all diesen alten Leuten sitzen, wird uns klar: Scheiße , wir sind ja alt!!!!

Weil es sich aber gar nicht so anfühlt, vergessen wir das ganz schnell wieder.

1. Aufgabe: finde einen Supermarkt, der den Namen verdient! Gar nicht so einfach. Mitten im Nichts. Monzon heißt die Rettung. 70km!! Kaufrausch.

Nachmittags bissi Moped fahren, dann chillen. Dank Peter haben wir trotz der Bäume schöne Aussicht.
Chill-Level: 90
Happiness: armgebrochene 90

Dienstag, 3. September 2019

Dienstag wir fahren, fahren, fahren auf der Autobahn

Nachdem wir am Vorabend gegen 23 Uhr angehalten haben, sind wir gegen 7.30 weiter. Erstaunlich, dass man neben einem LKW mit laufendem Kühlaggregat so gut schlafen kann!

Außer kombinierten Tank- & Pipistops sind wir nur gefahren. Tempomat: 90, echter Schnitt: 82. Top. Über Toulouse die Garonne entlang durch die Pyrenäen. Nur die letzten 30km vor den Ziel waren echt eng.

Nach 12h am Ziel: Camping Isabena. Der einzige CP mit mehr Motorrädern als Menschen! Cool.
Der Platz ist sauber, schattig und groß. Das Essen lecker und günstig.

Geschafft! Erledigt.

Montag, 2. September 2019

Und... los!

Na endlich!
Urlaub.
3 Wochen kein Wecker.
Wir packen den Wohnwagen voll mit Motorrad und Fahrrädern, denn ich darf ja wieder radeln, hat der Arzt gesagt.

Immer diese Überlegungen - was soll mit, was nicht? Die Kajaks bleiben diesmal im Trockendock, aber will ich meinen wunderbaren InstantPot mitnehmen? Der ist so praktisch, wenn man den ganzen Tag unterwegs ist. Aber wir könnten ja auch essen gehen - aber will ich das dauernd? Diese Luxus-Probleme aber auch immer!

Motorrad-Zeugs, Wanderschuhe, Rucksack: check.

Der Reader ist geladen - mir ist ja einmal im Urlaub der Lesestoff ausgegangen: grauenhaft! Das passiert mir NIE WIEDER!!

Der Physiotherapeut hat mir

oh Schreck!

Nordic Walking verordnet, um die Beweglichkeit und Muskulatur der Schulter weiter Aufzubauen. Also kommen die Stöcke mit. Ich schäme mich so... Obwohl es, richtig gemacht, schon Sport ist. Trotzdem...

Die Jungs haben in der 2. Woche bei der Isabena-Trophy gemeldet. Was es dazu im Internet gibt, sieht ja nett aus - die werden sicher ihren Spaß haben. Ich werde für die Fotos sorgen (muhahaha). Danach kurz im Mittelmeer planschen und dann ... mal sehen. Immerhin sind dann nach Plan 2 Wochen rum.

Ich freu mich!


Sonntag, 17. Juni 2018

14.6. Begegnungen der französischen Art

7:30, Orleans, Hauptbahnhof:
Eine weitere Eigenart der frz.. Bahn ist, dass das Gleis, auf dem der Zug abfährt, erst ca. 20 Min. vor Abfahrt bekanntgegeben wird.

Und da steht der Regionalzug TER nach Paris. OMG. Sieht so aus, wie bei uns vor 20 Jahren, mit einer engen Tür und 3 hohen Stufen. Da hinauf müssen nun die vollbepackten Räder. Ich ziehe am Vorderrad, Peter schiebt und wuchtet hinten.
Geschafft. Weil wir ja lernfähig sind, drehen wir die Räder sofort um, damit sie für den Ausstieg bereit sind, egal wer sonst noch alles einsteigen mag.

Dann fällt mir ein, dass wir ja in F die Tickets vor Einstieg auf dem Bahnsteig entwerten müssen. Also wieder raus, entwerten, wieder Einsteigen.

Pünktlich geht es los.

Ein ganzes Stück weit sehen wir die Reste der Strecke des Aerotrain, der bis in die 70er Jahre zwischen Orleans und Paris fuhr.

während wir so dahintuckern, überlegen wir, wie diese Umstiegs-Aktion funktionieren soll, so oft wie dies jetzt noch passieren muss. Es scheint unmöglich, diesen Kraftakt 8x durchzuführen und alle Anschlüsse zu erreichen.

Wir beschließen also, den Plan zu ändern:
Rückgabe aller Tickets in Paris, Buchen eines ICE-Direktverbindungs-Tickets nach Frankfurt für eine Person. Ich bleibe mit den Drahteseln in Paris und Peter holt mich mit dem Auto ab. Kostet auch nicht mehr, dauert nicht länger, erspart aber 7 weitere Umsteige-Krämpfe und stundenlange Pausen auf nächtlichen Bahnhöfen.

Also begebe ich mich in die Schlange, radebreche mit der netten Dame, die in Paris natürlich kein einziges Wort Englisch oder sonstwas spricht, und gebe alle Tickets zurück, kaufe 1x ICE und weiter geht's!

Die Angestellten der SNCF finden unsere Bikes extrem cool, können aber die Preise nicht so recht glauben. Aber sie sind nett und wünschen uns gute Fahrt.

Wir erreichen Paris fast pünktlich am Bahnhof Austerlitz. ICEs fahren ab Gare de l'Est. Also radeln wir quer durch Paris. Immerhin gibt es ausreichende Fahrrad-Infrastruktur, Radwege und gute Beschilderung. Nur die großen Kreisverkehre sind spannend, weil wir da mit dem Autos schwimmen.

Heil angekommen ist der nächste Schritt, ein Hotel zu finden, in dem ich und die Räder unterkommen. Wir entscheiden uns für das Ibis TGV, nahe dem Bahnhof in einer Seitenstraße. Muss ich jetzt mal lobe: super hilfreiches Personal, Zimmer wurde vor 11.00 zur Verfügung gestellt, Räder im Innenhof untergebracht etc.

Als Peter gegen Mitternacht mit dem Auto ankam, bewachten die Nachtportiers uns und unsere Aktion - muss man verstehen, denn der Bahnhof ist belagert von Menschen, die irgendwie irgendwohin wollen. Peter hatte nichtmal den Motor abgestellt, da hatten schon 5 Leute an die Scheiben geklopft und wollten mit! Großes Lob!

Aber erst einmal weiter. Nachdem wir nun ein Ticket für Peter hatten und ein Hotel für mich haben wir uns um etwas Essbares gekümmert.
Gare de l'Est ist groß und schön und beeindruckend; man bekommt alles, was man braucht.

SNCF, Akt 3:
Und dann, 20 min. vor Abfahrt, wird das Gleis bekannt gegeben. Das wäre OK, wenn nicht der Bahnsteig gesperrt wäre.
In FFM würden spätestens jetzt alle Passagiere sich auf dem Bahnsteig verteilen, so dass sie dort stehen, wo ihr Waggon / Sitzplatz zu erwarten wären.
NEIN! Hier wird 15 min. vor Abfahrt ein Boarding eingeleitet, dass dem am Flughafen ähnelt. Man muss das Ticket (vorher entwertet) am Barcode-Scanner vorbeiführen, das Drehkreuz passieren und dann am Zug entlanghasten, um den eigenen Platz zu finden. Alle Passagiere stauen sich also vor dem Bahnsteig. Es dauert entsprechend lange, bis alle durch sind.
der Sinn - ausser einer Maximierung der Ineffizienz, erschließt sich uns nicht.

Ohne Ticket darf ich auch nicht auf den Bahnsteig, daher Verabschiedung bereits 20 min. vor Abfahrt. Tsk, tsk.

Zumindest läuft ab hier alles glatt, am nächsten Morgen um 10:00 sind wir zu Hause.
Ende gut, alles gut.

Fazit: Fahre nicht mit dem Zug in Frankreich, es sei denn es gibt eine Direktverbindung!

Fazit nach 3 Radurlauben:
Leider sind die meisten Reiseradler muffelige, maulfaule Gesellen, die absolut NULL Interesse daran haben auch nur 'Hallo' zu sagen. Motorradfahrer sind da völlig anders. Es hat anscheinend niemand ein Interesse am Austausch, woher-wohin oder sonstwas. Das finde ich befremdlich und schade.

Wetter & Camping:
So viel Regen hatten wir noch nicht. Wenigstens war es so warm, dass das nicht sehr schlimm war. Unser Zelt hat sich wieder sehr tapfer gehalten!
Diesmal haben wir ja von Vorneherein auf Kocher & Topf verzichtet - das war eine gute Entscheidung. Und beim nächsten Mal werden wir kein Camping machen. Mit dem schlechten Wetter ist das einfach auf Dauer zu nervig.
Und die Jahreszeit werden wir mal wechseln, im September regnet es weniger.

Spaß gemacht hat es auf jeden Fall!

Freitag, 15. Juni 2018

13.6. Orleans - die Odyssee beginnt

Da wir ja diese Woche nach Hause müssen, haben wir beschlossen in Orleans in den Zug zu steigen.
Guter Witz.
Problem 1: Bahnstreik - es fährt kein Zug.
Gar kein Zug? Nun das war die Aussage des Menschen am Schalter. Wir lernen später mehr.

Nun, dann kaufe ich eben Tickets für Morgen.
Wo ich den hin wolle. Ich buchstabiere Bad Kreuznach. Nein, da habe er nichts.
Mainz? - Nein.
Frankfurt? - ja. Aber ob ich hinter Paris noch das Rad mitnehmen könne, wisse er nicht.
???
Ich bin ziemlich verdutzt will meine DEUTSCHE Bahn-App das ja weiß. Es stellt sich heraus das die französische Bahn nicht in der Lage ist, mehr als eine direkte Verbindung herauszufinden! ?!?!?!?
Ich bin fassungslos. Ich frage nach weil ich der Meinung bin, SNCF müsse doch MIR die beste Verbindung Heim nennen können und nicht ich denen.

Ja, nee, also das könnten Sie nicht.

Ich schwanke zwischen Lachen und Weinen während ich dem Herrn meine DB-App Verbindungen diktiere. Weil das so schön war - oder ich so sympathisch bin, oder was auch immer - machen wir das nochmal für Peter. Denn man kann scheinbar auch nicht die Zahl der Personen ändern. Ich habe heftige deja-vus bezüglich des Faultiers in Zoomania.

Immerhin bekommt man richtig viel Papier fürs Geld, denn es ist nicht EIN Ticket mit Reiseplan, nein es sind einzelne Tickets für jede Teilstrecke. *Ohnmacht droht*

Ich werde nie mehr über die DB meckern. Ehrenwort!

Weil wir ja glauben heute würden KEINE ZÜGE fahren besorgen wir ein Hotelzimmer. Von da aus sehen wir dann auch den Zügen zu, die nach StreikEnde 19:00 sehr wohl wieder fahren. Es wäre auch was für uns dabei gewesen- sagt die DB-App.

Und ja, wir haben sehr wohl versucht, einen Mietwagen zu bekommen. Aber das wäre mehr als Doppelt so teuer gewesen (tickets = 290 €). Plus Kilometer und Sprit.

Wird Wahli jemals wieder nach Hause kommen? Das zeigt sich am nächsten Tag.

12.6. Sully s/ Loire

Noch ein Mini-Mississippi-Tag :)
Am Vormittag rollt es gut, am Nachmittag kommt Gegenwind auf. Ächz. Wir überholen einen Radfahrer bei Gien. Kurz vor unserem Ziel denke ich, man sollte schnell ähnliche normale Räder auftreiben und am Weg entspannt auf ihm warten.
Und kaum habe ich das gedacht sehen wir ihn VOR uns radeln! !! Er hatte eine Abkürzung genommen.

Es hat doch länger gedauert als gedacht, 88 km. Daher sehen wie das Schloß nur von außen. Dafür mieten wir uns im Turmzimmer des Hotel de la Tour ein.
Sully ist ziemlich tot und so gibt es Abendessen im Pub. Für Peter ein 400g Entrecote - die Welt ist rund.

Montag, 11. Juni 2018

Bannay - ein wenig Huckleberry Finn Gefühl

Gestern ein Ruhetag in Nevers. U.a. Besichtigung der bekannten Kathedrale und der unbekannten aber bauhistorisch bedeutenderen Kirche St. Etienne.

Heute früh gepackt - gerade rechtzeitig bevor es WIEDER zu regnen begann. Nach 20 min. beschlossen wir, in Badelatschen langsam loszuradeln.

Immer schön am Kanal entlang. In einem winzigen Dorf im ebenso winzigen Café gefrühstückt (alles lecker bis auf den Café ). Auf einmal Einfall einer großen Rentner- Gang. Draußen nass drinnen eng.
Weiter über diverse Kanalbrücken und dann endlich: entlang der Loire! Auf dem Deich mit Rückenwind fliegen wir dahin. Rechts von uns Loire,Urwald, Weiden.

Während der Mittagspause kommt die Sonne hervor. Natürlich gefolgt von einer schwarzen Wand. 10 km vor Sancerre suchen wir Schutz in einer Scheune.
Hinter den Regen tuckern wir weiter. Sancerre hatnichts zu bieten und so machen wir erst in Bannay halt. Das Hotel/Restaurant direkt am weg sieht einladend aus. 84 km. Peter hätte weiter gewollt.

Samstag, 9. Juni 2018

Nevers! Loire!

Weil es gestern so ein trödel-Tag war, haben wir beschlossen, den Pausentag nach hinten zu schieben. In Dompierre wäre es auch einfach zu langweilig gewesen.
Und schon um 10 Uhr war es sooo heiß!
So blieb es dann den Rest des Tages. 104 km lang.

Alleine gestern und heute haben wir 10 Kanalbrücken überquert! Unglaublich.

Die Routenplaner der EV6 machen sich einen Spaß daraus, sinnlos von Fluss anzubiegen und den Radler durch Dörfer zu führen in denen es NICHTS zu sehen oder zu tun gibt...
Einen Höhenzug gab es zu überqueren, mehr breit und wellig als hoch.

In Decize am Kanal Rast gemacht. Das McD. Dort für kalte Coke & WC aufgesucht. Empfehlenswert!

Heute viele junge Entchen und schwimmende Bisams gesehen. Immer noch viel Kanal und kaum Loire.

Nachtrag 8.6. Dompierre sur Besbre

(Nicht, weil ich gestern zu blau war. Hat sich einfach nicht ergeben )

Zunächst forderte mein Hinterreifen viel Aufmerksamkeit bis wir ihn mit Slime gestopft haben. Der Händler war mal wieder der Hammer. Als allererstes hat er uns erklärt, dass er Pedelecs scheiße findet, dass das keine Fahrräder sind, blabla. Ein wunder, das er uns bedient hat!

Dann hatten wir Hunger und während der Mittagspause fing es (mal wieder) an, zu schütten. Nach fast 2 Stunden beschlossen wir loszufahren. Halt so langsam das nix nass würde. Leider haben wir mit 14 km/h den Regen eingeholt. Also noch langsamer. Das War dann irgendwann zu doof. Regenzeug an. Bei der Hitze.
Na ja. Wir haben dann doch 65km zusammengetrödelt. Mangels Camping ins Hotel.

Donnerstag, 7. Juni 2018

Palinges

106 km, die so einiges gebracht haben. Leider auch stundenlangen Regen. Streckenführung ab Chagny nicht beschildert, sinnlose Schleifen und nur Landstraße.
Das Schlimmste: ich finde die überschuhe nicht. Nun sind die Schuhe durch nass.

Eine ortskundige Radlerin rät uns NICHT den schildern zu folgen sondern einfach dem Kanal. Danke!

Wenigstens kein Wind. Camping am Ziel mit frischgebackenen Besitzern die einen guten Start hinlegen, inklusive leckerem essen.

Müde...